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14-06-10

Stadtbücherei Schwarzenbek: Gebührenerhöhung mit Fingerspitzengefühl

 


Perdita Schadow, Leiterin der Schwarzenbeker Bücherei, war erleichtert über die Gebühren-Empfehlung des Kulturausschusses. Foto: Susanne Nowacki

Schwarzenbek (no) – Sichtlich erleichtert verließ Perdita Schadow, die Leiterin der Schwarzenbeker Stadtbücherei, die jüngste Sitzung des Kulturausschusses: »Jetzt ist hoffentlich das Schlimmste abgewendet.« Aufgeschreckt durch die Empfehlung aus dem Finanzausschuss über neue, deutlich höhere Gebühren für die Stadtbücherei hatte Perdita Schadow den Kulturausschuss genutzt, um den Bildungsauftrag der Buch-Ausleihe ins Gedächtnis zu rufen.

Auf der Klausurtagung des Finanzausschusses Anfang März 2010 hatten die Politiker deutliche Gebührensteigerungen empfohlen. Die aktuelle Jahresgebühr für erwachsene Leser sollte von acht auf 16 Euro glatt verdoppelt werden.

Besonders deutlich wollten die Kommunalpolitiker bei den Versäumnisgebühren zuschlagen: Nicht mehr 15 Cent, sondern 50 Cent sollten säumige Nutzer pro Tag der verspäteten Medienrückgabe bezahlen.

»Ich habe einen auch gegenüber den Nutzern vertretbaren Vorschlag ausgearbeitet, so dass möglichst keine Leser verloren gehen«, eröffnetet Perdita Schadow die Diskussion im Ausschuss. Dabei legte sie besonderen Wert auf die Unterstützung der Familien und Kinder und wies besonders die geplante Familienkarte für 32 Euro (bisher 14 Euro) als »exorbitante Gebührenerhöhung ohne Fingerspitzengefühl« zurück.

»Wir verlieren die Kinder, wenn wir die Gebühren so deutlich erhöhen«, unterstützte Josefin Francke (SPD) den familienfreundlichen Ansatz. Die dreifache Mutter sprach sich gegen 50 Cent Versäumnisgebühren aus: »Wenn ein Kind zur Selbständigkeit erzogen werden soll, wird auch mal eine Rückgabe vergessen. Und wenn ich dann als Mutter zehn Euro Gebühren zahlen muss, darf mein Kind sicherlich erst mal keine Bücher mehr ausleihen. Das können wir gerade bei einkommensschwachen Familien nicht wollen.« Eckhard Gerber (CDU), pensionierter Realschullehrer widersprach diesem Ansatz und forderte mehr Disziplin bei der Medienrückgabe.

Hans-Werner Rose (FWS) sprach sich grundsätzlich gegen jegliche Gebührenerhöhung aus: »Im Moment sind meine Frau und ich beide Leser der Stadtbücherei. Wenn die Gebühren verdoppelt werden, gebe ich eben meinen Ausweis zurück und meine Frau leiht mir mal ein Buch mit aus.« So würden keine neuen Gebühren eingenommen und letztlich der Umstellungsaufwand für die PC-Verwaltung übrig bleiben »Die Stadtbücherei holt die Stadtfinanzen nicht aus der Bredouille«, unterstrich Rose.

Nach ausführlicher Diskussion empfiehlt der Kulturausschuss Nutzergebühren von zwölf Euro pro Erwachsenen, drei Euro für Jugendliche, Kinder bis zwölf Jahre frei. Familienkarten kosten danach 20 Euro und die Versäumnisgebühr 20 Cent bei Büchern und wie bisher 50 Cent bei DVD’s. Endgültig entscheidet die Stadtverordnetenversammlung am 9. Juli in öffentlicher Sitzung.



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