13-04-10
Rettung in letzter Sekunde
Schwarzenbek (no) – »Am 17. Dezember lag ich noch da, wo jetzt die Übungspuppe liegt und war acht Minuten schon klinisch tot«, erklärt Hans-Herbert Teschner, 49 Jahre, seine Motivation, am Kurs der Volkshochschule Schwarzenbek »Rettung in vergangener Sekunde – Wiederbelebung mit dem Defibrillator« teilzunehmen. Und seinen Schutzengel, seinen Retter in vergangener Sekunde, Gernot Ulrich, 66 Jahre, hat er gleich mitgebracht. »Ich habe zuletzt 1962 einen Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht«, erzählt Ulrich. »Aber als Hans-Herbert bewusstlos in der Sporthalle zusammengebrochen ist, habe ich gleich mit der Herzdruckmassage angefangen.« Die Notfallretter waren erst nach acht Minuten am Einsatzort, doch beim Kammerflimmern zählt jede Minute. »Der Zeitfaktor ist ganz entscheidend«, erklärt Kursleiter Andreas Baronowsky, Fachkrankenpfleger der Anästhesie und der Intensivpflege. »Mit jeder Minute, die ohne Versorgung verstreicht, sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent.«
In der Halle Buschkoppel I ist einer von vier Schwarzenbeker Defibrillatoren zu finden, ebenso in der AWO Begegnungsstätte und bei den Firmen Fette und Universelle. Aber der (einfache) Umgang damit will geübt sein. Dafür bietet Andreas Baronowsky den kostenlosen zweistündigen VHS-Kurs an, den 20 Kursteilnehmer nutzten, um ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Außerdem lernten sie in Theorie und Praxis, wie sie mit Stromschlägen das Herzflimmern beenden und den normalen Herzschlag wieder herstellen können.
»Der Defibrillator gibt den Schock nur frei, wenn er ein Kammerflimmern erkennt. Sonst passiert gar nichts«, beruhigt Baronowsky. Dabei spricht der Defibrillator mit dem Helfer und führt ihn durch die korrekte Anwendung. Dabei ist auch der Selbstschutz des Helfenden wichtig.
»Um die Beatmung und die klassische Herzdruckmassage kommt man nicht herum im Ernstfall. Der Defibrillator ist nur eine Zusatzmaßnahme«, so Kursleiter Baronowsky. Wichtig ist bei einem Notfall immer, dass überhaupt geholfen wird. Am schlimmsten ist es, gar nichts zu tun. Da sind sich auch Hans-Herbert Teschner und Gerold Ulrich ganz sicher.