13-04-10
Jahrmarkt auf dem Schützenplatz
Schwarzenbek (ag) – Aus für Schwarzenbeks Jahrmarkt – eine Nachricht, die viele Bürger erschreckt und empört hat. Auch ihren Bemühungen ist es zu verdanken, dass vergangenes Wochenende wieder ein Jahrmarkt stattfand, zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder im Schützenpark. Dass die Umstände anders sind als bei der vorherigen Situation auf dem Ritter-Wulf-Platz, war allen klar. Es gibt weniger Platz, es ist weniger zentral und weniger Bürger wissen um den neuen Ort. Darüber sind sich alle Schausteller des Jahrmarktes einig. »Doch besser hier als gar nicht«, sagt Yvonne Vespermann, die einen Süßigkeitenstand auf dem Markt hat. »Wir sind ein Familienunternehmen, meine Eltern waren schon beim allerersten Jahrmarkt in Schwarzenbek dabei«, so Vespermann. Es kämen mehr Familien und weniger Krawall suchende Jugendliche zum neuen Standort, auch wenn allgemein die Besuchszahlen geringer seien als vorher. Auch Schaustellerin Christiane Lauenburger wäre lieber in der City geblieben: »Was gibt es denn jetzt in der Innenstadt noch für Kinder und Familien? Wenn Schwarzenbek für andere Städte in dieser Hinsicht Vorbild wird, können wir einpacken.«
Ihr Mann Ingo Lauenburger ist Organisator und besitzt die beliebte Ponybahn auf dem Jahrmarkt, der zurzeit von der Lübecker Veranstaltungs-GmbH ausgerichtet wird. Er freut sich zwar über die große Unterstützung vom Schützenverein und die Bereitstellung des Platzes, beklagt allerdings die erhöhten Kosten, jetzt, da die Stadt keine finanzielle Hilfe mehr leistet. Dennoch sei das Angebot das Gleiche wie beim alten Standort, wenn auch in einem kleineren Umfang. »Wir waren es den Bürgern einfach schuldig, weiterzumachen«, so Ingo Lauenburger.
Viele Besucher sehen die Situation ähnlich wie die Betreiber. »Es ist natürlich blöd für die Schausteller und wirklich schön finde ich es hier nicht«, sagt Esther Matz. Ihre Kinder Sarah und Celine sind unbeeindruckt von allen Änderungen: »Hier ist es cool.« Dem 14-jährigen Vincent Maack gefällt der neue Standort überhaupt nicht: »Es ist viel zu klein hier, das ist doof.« Einer seiner Freunde sieht es anders: »Ich finde es besser, die Natur ist schön und es stört im Wald nicht so.«
»Ich bin das erste Mal hier und es ist prinzipiell ein schöner Standort, der lange Anweg stört natürlich«, sagt Holger Sodemann von der Fahrattraktion »American Flight«. Nun müsse man die Bürger auf die neuen Örtlichkeiten aufmerksam machen, das sei allerdings »ein langwieriger Prozess«.
Ob die Schausteller in den nächsten Jahren Gelegenheiten dafür haben werden, steht noch nicht fest. Ingo Lauenburger und Mitorganisator Henry Rasch hoffen weiterhin auf die Unterstützung des Schützenvereins oder auf ein Einlenken der Politik. Sie sind optimistisch: »Wir haben den Jahrmarkt immer nach vorne gebracht, in guten und schlechten Zeiten. Jetzt fangen wir von vorne an und es geht hoffentlich wieder aufwärts.«