18-05-10
Siegreich im ersten Marathonlauf
Schwarzenbek (no) – Seinen allerersten Marathon vollbrachte der Sieger bei den Männern bei gutem Laufwetter, trocken und nicht zu warm. Der 26-jährige Matthias Franz überraschte Zuschauer und Konkurrenz mit beachtlicher Laufzeit (2:55:03 Stunden), die er trotz Wind und teilweise aufgeweichter Strecke völlig unangestrengt und locker absolvierte. »Der Lauf hätte keinen Kilometer länger sein dürfen, die letzten fünf waren sehr anstrengend«, befand der Medizinstudent aus Rostock.
»Der Mann hat Potenzial«, meinten die unterlegenen Konkurrenten. Die schnellste Frau, Kathrin Jänicke (TSV Winsen), war für ihre Familie mit 3 Stunden und 45 Minuten »zu schnell«. Sie waren gerade an der Laufstrecke eingetroffen, als sie ihrer erfolgreichen Frau und Mutter schon aufmunternd zujubeln konnten, bevor es auf die letzten Stadionmeter ging. Zehn Minuten später kam die zweite Siegerin, Daniela Oestreich (SC Wentorf), ins Ziel, nach einer weiteren Viertelstunde die dritte, Birgitta Brauer (LG Pumpkerl).
»Wann ist die Siegerehrung?«, war die meistgestellte Frage, die Organisator Peter Genz beim fünften Sachsenwaldmarathon beantworten musste. In diesem Jahr hatten die Veranstalter bewusst auf die Ehrung der erfolgreichen Läufer verzichtet und allen gut 200 Läufern im Zielraum unmittelbar nach der Ankunft Medaillen überreicht. Die Urkunden können sich die Sportler aus dem Internet herunterladen. »Ich starte fast jedes Wochenende zu Läufen und fast nirgendwo gibt es noch eine Siegerehrung«, berichtet Peter Genz, auch Vorsitzender des 100-Marathon-Clubs Deutschland. Hier kann nur Mitglied werden, wer bereits 100 Läufe über 42,195 Kilometer absolviert hat.
Für Christian Hottas und Sigrid Eichner lächerliche Zahlen. Eichner (Jahrgang 1940) lief in Schwarzenbek ihren 1.501. Marathon in 4 Stunden 50 Minuten, Hottas (Jahrgang 1956) liegt bei über 1.600 Läufen, einer davon noch einen Tag vor dem Schwarzenbeker Lauf. »Der Schwarzenbek-Marathon ist wieder da, besser denn je!«, findet Marathon-Mann Hottas. »Die neue Strecke ist superschön und sehr kurzweilig, dabei bestens ausgeschildert. Die fünf Verpflegungspunkte auf der zweimal zu laufenden Runde bieten alles, was man sich als Läufer wünscht, und auch die Duschen im Ziel sind schön warm.«
Im kommenden Jahr wird es wohl den sechsten Sachsenwaldmarathon geben mit Siegerehrung, jedenfalls für die Gesamtsieger in den drei Laufstrecken zehn Kilometer, Halbmarathon und Marathon – und für die Staffeln. In diesem Jahr war nur eine Staffel aus Gülzow auf die Marathonstrecke gegangen. Auch hier ist für 2011 noch Luft nach oben.