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17-08-09

Schwarzenbek setzt weiter auf Verbrüderung

 


Was soll der entscheidende Antrag enthalten?«, interfraktionelle Diskussionen folgten. Fotos: Susanne Nowacki

»Was kann sich die Europa-Jugend vorstellen?«, Helge Harms (SPD) nutzte die Sitzungspause zum Gespräch.

Schwarzenbek (no) – Dass das Thema »Verbrüderungsarbeit« den Schwarzenbekern am Herzen liegt, wurde schon in der Einwohnerfragstunde zu Beginn der Sonder-Stadtverordnetenversammlung deutlich, in der sich Veteranen der europäischen Zusammenarbeit ebenso betroffen zu Wort meldeten wie auch Vertreter der Europa-Jugend, die für September Jugendliche aus den Verbrüderungsstädten nach Schwarzenbek eingeladen hat, um die Zusammenarbeit zu intensivieren.

Antworten auf ihre Fragen erhielten die Bürger von Verwaltung oder Politik allerdings nicht mit dem Hinweis auf die noch folgende Debatte. Hier wurde es turbulent und zog sich in die Länge durch zwei Unterbrechungen, in denen zwischen den Fraktionen heftig um eine Lösung der weiteren Mitarbeit in der Verbrüderung gerungen wurde. Eine Herausforderung für die gut dreißig Zuhörer, die alle interessiert ausharrten, wenn auch die Debatte zusehends unübersichtlich wurde. Nicht nur die Bürger verloren den Durchblick, auch die entscheidende Abstimmung musste wegen eines offensichtlichen Missverständnisses wiederholt werden.

llerdings war von Beginn an zwischen allen Fraktionen unumstritten, dass die seit 1955 bestehende Tradition der europäischen Verbrüderung nicht einfach aufgegeben werden sollte, wie Matthias Schirmacher (BfB/ Grüne, Initiator der Sondersitzung) sowie Josefin Francke (SPD) vortrugen. »Wenn wir das erst mal aufgegeben haben, ist es schwierig, wieder umzukehren«, so Schirmacher unter dem Applaus der Zuschauer. Auch dass sich die Stadtverordneten mitten in der Urlaubszeit zu einer Sondersitzung treffen, »zeigt, wie wichtig uns die Verbrüderungsarbeit ist«, so Egon Siepert (SPD). Der Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung des Hauptausschusses, die Verbrüderung nicht fortzusetzen, sei nicht ausreichend (für Bernhard Hildebrandt ein »unwürdiges Verfahren«). »Die Stadtverordnetenversammlung ist das höchste Gremium, hier muss öffentlich darüber beraten und entschieden werden«, meinte auch Egon Siepert.

Alle Fraktionen sprachen sich für eine Modernisierung der Verbrüderung aus, bei der die Kosten überschaubar bleiben sollen. Auch eine Erprobungszeit von zwei bis drei Jahren, in der die Verbrüderung auf neue Füße gestellt werden soll, wurde von allen akzeptiert. Allerdings wollte die CDU-Fraktion stärker die Bürger ehrenamtlich in die Pflicht nehmen und die Stadtverwaltung nur noch als Kontaktstelle beibehalten. »Das ist der Tod der Verbrüderung«, befand Matthias Schirmacher und wurde dabei von Bernhard Hildebrandt (FDP) unterstützt.

Politik und Stadtverwaltung sollten weiterhin verantwortlich bleiben, da sich sonst die Verbrüderung »totlaufen« würde. Und auch wenn das europäische Haus heute deutlich weiterentwickelt sei als vor fünfzig Jahren, wie Hans-Joachim Delfs (CDU) meinte, »so muss doch immer weiter daran gebaut werden, damit wir nicht zurückfallen. Wir werden die Stadt nicht herausziehen aus der Verbrüderungsarbeit, die Stadt soll sich verantwortlich fühlen«, hielt SPD-Fraktionssprecher Egon Siepert dagegen unter Beifall aus dem Zuschauerraum.

Eberhard Schröder (FWS, Kulturausschussvorsitzender, auch für Verbrüderung zuständig) brachte den erfolgreichen Antrag ein, nach dem die Verbrüderung für drei Jahre fortgesetzt wird bei jährlichen Kosten von bis zu 5.000 Euro.

Innerhalb dieser Zeit ist ein Beschluss über die weitere Arbeit zu fassen. Nur die CDU-Fraktion stimmte diesem Antrag nicht zu und verweigerte auch dem Verweis eines anderen Antrags in den Kulturausschuss die Zustimmung, wo man die angestrebte Projektarbeit betreuen soll. Außerdem soll ein ehrenamtlicher Arbeitskreis gebildet werden, der in Zusammenarbeit mit der Verwaltung diese Projekte im Rahmen der Verbrüderung umsetzen soll.



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