20-04-10
Polizeiarbeit und Kriminalitätsentwicklung
Jugend und Drogen
Schwarzenbek (no) – »Schwarzenbeks Bürger können sich sicher fühlen«, unterstrich Ernst Jenner, Leiter der Polizeizentralstation Schwarzenbek, bei der ersten öffentlichen Vorstellung der Kriminalstatistik 2009. Dabei waren die Straftaten in Jenners Bereich (wie auch landesweit) rückläufig auf 1.424 von 1.469 (2008) und dem unrühmlichen Höhepunkt 1.894 in 2006. Damit steht Schwarzenbek nach Ratzeburg bezüglich der Straftaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl an zweiter Stelle, dicht gefolgt von Mölln und Lauenburg. Die wenigsten Straftaten liegen in Geesthacht vor in Relation zu den knapp 30.000 Einwohnern.
Der Bürgerverein Schwarzenbek hatte Jenner und den Leiter der Geesthachter Kripo Jürgen Alfke zu einer Informationsveranstaltung zur Sicherheit in der Europastadt eingeladen. Den rund 30 Zuhörern stellte Jenner die Arbeitsweise der Zentralstation in Stadt und Land dar. Mit 28 Polizisten (zuständig für Schwarzenbek und 27 Gemeinden) konnte fast jede zweite Straftat in 2009 aufgeklärt werden, aber das Personal sei knapp, Schwerpunkte müssen gesetzt werden.
Allein im Straßenverkehr kamen 711 Ordnungswidrigkeiten (kein Gurt angelegt, Handynutzung, Überholen trotz Verbot), 361 Verkehrsunfälle, 58-mal Drogenmissbrauch, 27-mal Alkohol am Steuer zur Anzeige. »Diese hohen Zahlen tragen auch der zentralen Lage Schwarzenbeks an den Bundesstraßen 207, 209 und 404 Rechnung«, so Jenner. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Drogenmissbrauch am Steuer und hier besonders der Prävention in den Fahrschulen, die in Schwarzenbek in diesen Wochen anläuft: »Wer seinen Führerschein behalten will, muss sich bei Drogen raushalten.«
Kripochef Alfke wies auf den zunehmenden Internetbetrug hin, »ein neuer gesellschaftlicher Trend.« Nach 96 Fällen der Vermögensfälle in 2006 nahmen die Polizisten 2009 198 Fälle zu Protokoll.
Auf die Zuschauerfrage nach der Drogenszene in Schwarzenbek gestanden die beiden leitenden Polizeibeamten zu, dass es diese auch in Schwarzenbek gibt. »Die Aufklärungsquote hängt stark von der polizeilichen Ermittlungsarbeit ab, da es hier kaum Anzeigen aus der Bevölkerung gibt«, so Alfke. Dabei sei weniger der Drogenkonsument im Polizeiblick. Vielmehr ziele ihre Arbeit auf die Dealer, »um zu verhindern, dass sich hier Strukturen verfestigen.«
Die Sachbeschädigungen in Schwarzenbek, die viele Bürger beanstanden, sind von 372 in 2007 und 265 in 2008 auf 165 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Auch in der Jugendkriminalität konnten die Polizisten Erfolge vermelden. Alle 16 Raubtaten in 2009 sind komplett aufgeklärt worden durch den intensiven Einsatz der örtlichen Polizisten. »Wir sind optimistisch, dass wir hier eine Delle in der Polizeistatistik erreichen werden«, meinte Kripochef Alfke zu »Null Toleranz in der Jugendkriminalität«.
Ernst Jenner rief die Bürger dazu auf, verdächtige Vorgänge beim Polizeiruf 110 zu melden. »Wenn jemand verdächtig durch den Vorgarten schleicht oder anderes auffälliges Verhalten zeigt, wünschen wir uns, dass wir hier einen Hinweis erhalten«, so der leitende Polizeibeamte Ernst Jenner.